Ich bin 1,23 m, ...aber ich bin wunderschön!

Eröffnung der Ausstellung in den Räumen der AWO Geschäftsstelle

„Manchmal sind Menschen wunderschön. Nicht durch ihr Äußeres. Nicht durch das, was sie sagen. Nur durch das, was sie sind.“ Der Text des Schriftsteller Markus Zusak ist die Kernaussage dieser Fotoausstellung.

Was passiert, wenn eine Gruppe unvoreingenommener junger Leute ein Projekt in Angriff nimmt, das auf Menschen aufmerksam macht, mit denen es das Leben nicht gut gemeint hat? Die ihr„Päckchen“ zu tragen haben? Menschen, die trotz allem ganz normale Menschen sein und auch so behandelt werden wollen?

„WUNDERSCHÖN“ war eine Herzenssache von Lisa Krämer, Studentin der Fachhochschule für Sozialwesen, die Ende letzten Jahres ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit dem Fotograf Henry Jean Beaufort und der Visagistin Clara Wieland wurde das Projekt in die Tat umgesetzt. Weg vom absoluten Perfektionismus der Fotografie,  hin zu selbstbewusstem Auftreten vor der Kamera – egal welches Handicap man mit sich trägt.

Sozialdezernet Peter Kappes mahnte in seiner Auftaktrede, die Andersartigkeit der Menschen zu akzeptieren. Auch im Hinblick auf andere Kulturen. Nicht mit Ablehnung reagieren, sondern offen, tolerant und vorurteilsfrei auf Menschen zuzugehen, die nicht der „gesellschaftlichen Norm“ entsprechen. Herr Kappes lobte die Models für ihren Mut und hofft, dass ein bisschen frischer Wind in die Integrations- und Inklusionsdebatte gebracht wird.
Die Geschäftsführerin Elke Krämer war darum bemüht, diese Ausstellung in die Räumlichkeiten der AWO Geschäftsstelle zu holen, um den Gedanken der Integration aufzugreifen. „Mit diesem Projekt möchten wir die Menschen stärken, Mut machen und zum Ausdruck bringen“, so Frau Krämer, „ dass wir die Schönheit eines Menschen nicht im gesellschaftlichen Ideal finden, sondern Schönheit genauso individuell ist, wie der Mensch selbst.“
Auch die Initiatorin Lisa Krämer betonte, dass die Menschen mehr sensibilisiert werden müssen für nach wie vor wenig von der Öffentlichkeit beachtete Themen wie Transgender, Homosexualität oder aber auch Behinderungen psychischer oder physischer Art. Auch gehörte viel Vertrauen dazu, sich in seiner Andersartigkeit darzustellen und fotografieren zu lassen.

Julia, das Model mit 1,23 m Größe, sprach vor den interessierten Zuhörern von der tollen und herzlichen Atmosphäre beim Shooting. Denn da waren alle irgendwie anders als der Durchschnitt und jeder einzelne wusste, wie es sich das anfühlt, außerhalb diesem gesellschaftlichen Ideal zu stehen. Ihre  Modelkollegin,  auch Julia, die junge Frau mit Vitiligo (Pigmentstörung der Haut), berichtete von einem harmonischen, warmen Fotoshooting und wie es sich auf der Straße anfühlt, ständig angeschaut zu werden.

Die Ausstellung zeigt 13 außergewöhnliche Portraits, die tief in den Menschen blicken lassen. Menschen, die ihre Geschichte erzählen und ihre Statements an die Gesellschaft richten.
Noch bis Ende Juni in der AWO Geschäftsstelle in Bruchsal, Prinz-Wilhelm-Str. 3 zu besichtigen.

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