Pressemitteilung: Ligavorsitz im Landkreis Karlsruhe übergeben

Geschäftsführerin der AWO Sozialen Dienste Elke Krämer übernimmt Vorsitz der LIGA

Liga Vorstand übergeben

Bruchsal Zum Jahresbeginn wird Ulrike Sinner den Vorsitz der LIGA der freien Wohlfahrtsverbände im Landkreis Karlsruhe turnusmäßig nach 3 Jahren abgeben. Den Vorsitz bis ins Jahr 2021 übernehmen wird Elke Krämer, Geschäftsführerin der AWO Soziale Dienste gGmbH. Aus diesem Grund fand vergangenen Montag, den 27. November 2017, eine Pressekonferenz statt, auf der die Übergabe und die Ziele der LIGA in den kommenden Jahren bekannt gegeben wurden.

Dabei gab die scheidende Vorsitzende Ulrike Sinner kurz die Funktion und Motivation der „LIGA der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Karlsruhe“ wieder, in der sich neben dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, als dessen Geschäftsführerin Ulrike Sinner in den letzten 3 Jahren den LIGA-Vorsitz inne hatte, die Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe-Land e.V., die Caritasverbände von Bruchsal und Ettlingen, das Deutsche Rote Kreuz und das Diakonische Werk Landkreis Karlsruhe bereits im Jahr 1973 zusammengeschlossen haben. Das Ziel dieses Zusammenschlusses war und ist auch noch heute, gemeinsam mit der öffentlichen Wohlfahrtspflege der Städte und Gemeinden das soziale Profil im Landkreis mitzugestalten und damit für eine flächendeckende soziale Infrastruktur und gerechte Lebensverhältnisse für alle Menschen zu sorgen. Dazu trage auch als wesentliches Element der Lebensqualität in unserem Land bei, dass das Sozialwesen nicht verstaatlicht ist. Stattdessen werde dem freien zivilgesellschaftlichem Engagement gemäß dem Subsidiaritätsprinzip Vorrang vor staatlichen Aktivitäten eingeräumt.
Die Stärke der LIGA mache dabei insbesondere ihre Vielseitigkeit aus. Dank der Eigenständigkeit eines jeden LIGA-Vertreters kann man sich vor dem gemeinsamen Ziel der sozialen Gerechtigkeit glaubhaft für Pluralität einsetzen. Dabei versteht sich die LIGA in erster Linie als Kommentator und Wegweiser, als Impulsgeber und Ratgeber, sowohl für einzelne Organisationen wie auch für Institutionen. Doch die LIGA hat nicht nur eine Außenwirkung, auch nach Innen werden Netzwerke geschlossen, in denen das Wissen und die Kräfte der einzelnen Vertreter gebündelt werden. Als Beispiel dieser Bündelung dient SopHiE Sozialpädagogische Familienhilfe, eine von allen LIGA-Verbänden im Jahr 2007 gegründete gemeinnützige Gesellschaft.

Im weiteren Fortlauf der Konferenz gab die zukünftige LIGA-Vorsitzende Elke Krämer einen kurzen Einblick in die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe-Land und die kommenden Herausforderungen für die LIGA. Die Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe-Land e.V. nimmt sich seit 42 Jahren den Sorgen und Nöten der Menschen im Landkreis an, arbeitet täglich daran, zu einem guten sozialen Standard in der Region beizutragen, ihn zu erhalten und aktiv zu entwickeln. Beginnend bei den Kleinsten in den Krippen und Kindergärten bis hin zu den Seniorinnen und Senioren in den verschiedenen Einrichtungen im Landkreis. Inzwischen hat die AWO nahezu 1.000 hauptamtliche Mitarbeiter und doppelt so viele Ehrenamtliche, die sich in den diversen Einrichtungen und den 22 Ortsvereinen im Landkreis engagieren. Und auch gerade darin liege der Erfolg der AWO begründet, dass die AWO durch ihre Vielseitigkeit und durch ihre Vertreterinnen und Vertretern in den Orten lebe und somit tief in den Kommunen und Städten des Landkreises verwurzelt ist, so Krämer.
Als große gesellschaftspolitische Aufgaben für die LIGA und ihre Vertreter verweist Krämer unter anderem auf die jüngsten Armutsberichte von Bundesregierung und Paritätischer Wohlfahrt. Baden-Württemberg als wohlhabendes Bundesland liegt dabei mit einer Armutsquote von 11,8% auf Platz 2 im bundesweiten Vergleich. Das sei ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei ist der Landkreis Karlsruhe mit 12,6% von Armut betroffen. „Dabei wird immer wieder betont: Deutschland geht es gut. Dem ist Mitnichten so. Der Wirtschaft geht es gut, aber viele Menschen haben davon nichts. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander“ so Krämer.

Wenn jeder 10. Mensch im Landkreis von Armut betroffen sei, so könne man nicht mehr davon reden, dass Armut nur eine Randerscheinung sei. „Die Armut ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Und da muss sich insbesondere die Politik hinterfragen, wie dies sein kann, wo man sich doch mit immer größeren Rekorden was Beschäftigung, Steuereinnahmen und Wirtschaftsleistung angeht brüstet“ stellte Krämer fest. Darüber hinaus sei es wichtiger denn je, die sozialen Rahmenbedingungen vorzugeben und zu sichern. „Bezahlbarer Wohnraum verkommt zu einer Mangelerscheinung. Auch dort gilt es, aktiv gegen überbordende Mieten und höhere Preise für weniger Quadratmeter vorzugehen“ so Elke Krämer abschließend.

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