Kampf für bessere Pflege: Beschäftigte Am Hag fordern gemeinsam mit ver.di Politik zum Handeln auf.

Waghäusel. „Schluss mit Ausreden – mehr Personal!“ Unter diesem Motto haben am Tag der Pflegenden die Beschäftigten des AWO Seniorenzentrums Am Hag gemeinsam mit ver.di deutlich gemacht: Gute Pflege braucht mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen.

„Bislang ist es beim Klatschen während der Pandemie geblieben“, kritisiert Sabine Rölleke, Betriebsratsvorsitzende Am Hag. „Inzwischen wissen wir alle, wie überlastete die Beschäftigten in der Pflege sind. Die Politik beklagt das wortreich, aber die notwendigen Konsequenzen werden nicht gezogen.“

Stattdessen werde am falschen Ende gespart: „Es ist Alltag in der Pflege, dass es für die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner zu wenig Personal gibt. Die Personalvorgaben in der Altenpflege sind nicht verbindlich genug und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Damit muss Schluss sein“, fordert Rölleke.

Schließlich liegen, so Betriebsrätin Petra Hauser, mit dem als PPR 2.0 bezeichneten neuen Personalbemessungsverfahren in der Krankenpflege alle notwendigen Maßnahmen für angemessene, verbindliche Personalvorgaben auf dem Tisch. „Anders als die derzeit geltenden, völlig unzureichenden Personaluntergrenzen würde die PPR 2.0 wirkliche Entlastung bringen. SPD, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag versprochen, das Verfahren kurzfristig einzuführen. Dieses Versprechen muss jetzt endlich eingelöst werden“, fordert Hauser. „Es besteht die Gefahr, dass noch mehr Pflegekräfte ihren Beruf aufgeben. Nach den hohen Belastungen der Corona-Pandemie brauchen Pflegekräfte jetzt das Signal, dass die Probleme ernsthaft angegangen werden.“

Die AWO unterstützt die Forderungen von ver.di und den Beschäftigten. „Vom Tag der Pflegenden geht ein wichtiges Zeichen aus: Der ständige Personalmangel stellt eine echte Gefahr für die Sicherheit und Qualität der Versorgung pflegebedürftiger Menschen dar“, so AWO-Geschäftsführer Ramiro Henze. Zudem mache sich die AWO als gemeinnütziger Wohlfahrtsverband für die solidarische Pflegegarantie stark: „Damit die Kosten für mehr Personal und eine bessere Bezahlung nicht zulasten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen gehen, braucht es endlich eine umfassende Reform der Pflegeversicherung.“

Sandra Hotz, Pflegedienstleistung am Hag, ergänzt: „Patientinnen und Patienten sowie pflegebedürftige Menschen haben ein Anrecht auf gute Versorgung. Die Beschäftigten müssen wissen, dass sie durch ihre Arbeit für andere nicht selbst krank werden. Die politisch Verantwortlichen stehen in der Pflicht, das mit klaren gesetzlichen Regeln zu gewährleisten. Diese Forderung machen wir am Tag der Pflegenden sichtbar.“

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