Ein lebendiger Ort für das ganze Dorf

AWO Familienzentrum „Kunterbunt“ feiert zehnjähriges Bestehen

Wenn Andrea Komma von der Entwicklung des Familienzentrums Kunterbunt spricht, dann spürt man schnell, wie viel Herzblut und Engagement in diesem Projekt stecken. „Wir wollten schon immer ein Ort der Begegnung, Bildung, Beratung und Betreuung sein, an dem sich fachliche Kompetenz und bürgerschaftliches Engagement treffen, um besonders Familien und junge Eltern zu stärken“, berichtet Komma über ihre Intention vor zehn Jahren die Räume der Werkstatt anzumieten und gemeinsam mit Dorothea Schmidt-Kroos und Beate Henke dieses Projekt zu starten. Alle drei suchten in Malsch geeignete Räumlichkeiten, um ihre Angebote in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Entwicklungsförderung von Kindern durchführen zu können. Gefunden haben sie die „Werkstatt“ – einen 60 Quadratmeter großen Raum, der freundlich und gemütlich gestaltet, in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Krabbelgruppen, Stammtische, Vorträge, Gesundheitskurse und Treffpunkte beherbergt hat.

Zehn Jahre sind inzwischen vergangen – Zeit, um zurück, aber auch nach vorne zu schauen. Mit einem kleinen Fest wurde das Jubiläum nun gefeiert. Viele Ehemalige waren gekommen, Menschen, die die Werkstatt mitgetragen und gestaltet haben. „Wir haben einfach alle eingeladen, die mit uns in Kontakt stehen oder standen und waren sehr erfreut über die positive Resonanz“, erzählt Komma, die zur Feierstunde ein letztes Mal in die Räume der Werkstatt gebeten hatte. 2017 steht ein großer Umzug an. Nicht nur räumlich – es geht gemeinsam mit dem Jugendzentrum „Villa“ und dem Kindergarten „Am Festplatz“ in den Neubau auf dem Bühngelände – auch konzeptionell entwickelt sich das Team des Familienzentrums weiter. „Nah dran sein an den Anliegen der Eltern und Familien war uns schon immer wichtig“, so Komma, die mit ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Christina Rübenacker als hauptamtliche Unterstützung das Leitungsteam des Familienzentrumsbildet. „Für den Neuanfang wünschen wir uns viel Beteiligung aus der Bevölkerung“, so Rübenacker, die gemeinsam mit Jörg Höger das Jugendzentrum „Villa“ leitet. Lebendig soll es werden das Familienzentrum, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, ein Treffpunkt für das ganze Dorf. „Wir haben uns in den vergangenen zehn Jahren gut vor Ort vernetzt“, berichtet Komma, die sowohl mit Kindergärten und Schulen, aber auch Vereinen und natürlich der Gemeinde Malsch in regem Austausch steht. „Ohne die Unterstützung der Gemeinde, des Gemeinderats und natürlich von Bürgermeister Himmel wäre der Schritt zum Familienzentrum vielleicht nicht geglückt.“ Denn nach vier Jahren „Werkstatt“ stand das Projekt 2010 plötzlich am Scheideweg: Andrea Komma stemmte sowohl Logistik, als auch Miete und Organisation inzwischen alleine und es wurde bald zu viel. „Da kam der rettende Anruf aus dem Rathaus“, berichtet Komma, wenn sie an die glücklichen Umstände zurück denkt. Plötzlich war da der Bürgermeister mit einer Idee, plötzlich war da die AWO als Träger und plötzlich gab es eine Verwaltungskraft, die Andrea Komma Raum verschaffte, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Arbeit mit den Menschen.

Von diesem Zeitpunkt an deutete vieles auf die Umwandlung in ein Familienzentrum hin. Durch die Etablierung des Elterntreffs und das sich stetig erweiternde Angebot für Schwangere und junge Familien lag dies nahe. 2012 war es schließlich soweit: die Werkstatt wurde offiziell zum Familienzentrum und erhielt die Anerkennung vom Landratsamt Karlsruhe. „Wir freuen uns über diesen Schritt und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung des Familienzentrums und vor allem auch mit der Vernetzung mit unserem Jugendhaus, der Villa“, so Angelika Nosal von der Geschäftsführung der AWO Soziale Dienste gGmbH, dem Träger beider Einrichtungen.

Neben der Qualität des Angebots durch Professionelle sowie dem „Nah-dran-sein“ an den Eltern ist eine wichtige Säule in der Konzeption des Familienzentrums die Stärkung der Eltern – „ihr seid die Experten für euer Kind“ heißt es dort. Eine Aussage, die junge Mütter und Väter in der sensiblen Zeit nach der Geburt dringend brauchen und die Mut macht, wieder mehr auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Dass sich aus solch positiven Erfahrungen eine tiefe Verbundenheit ergibt, ließ sich auch während des Jubiläums feststellen. Viele ehemalige Teilnehmer waren gekommen, man spürte die Wiedersehensfreude und fragte man in die Runde, waren sich alle einig wie wertvoll die gemeinsam verbrachte Zeit in der Werkstatt für alle war. „Es sind zig Freundschaften entstanden, viele Krabbelgruppen treffen sich heute noch“, weiß Andrea Komma, die oft von älteren Mitbürgern zu hören bekommt, wie schade es sei, dass es das Familienzentrum nicht schon vor 20 Jahren gegeben hat, als die eigenen Kinder klein waren.

Nun steht mit dem Umzug der nächste Entwicklungsschritt des Familienzentrums an. „Wir sind sehr froh, schon so früh in die Planungen involviert gewesen zu sein“, so Komma, die sich regelmäßig mit Mitarbeitern des Jugendhauses und des Kindergartens zur konzeptionellen Ausarbeitung trifft. Natürlich sei es nicht immer leicht die verschiedenen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen, aber die Synergieeffekte die in einem gemeinsamen Kinder-, Jugend- und Familienzentrum entstünden, gelte es zu nutzen. „Wir wünschen uns, dass der Neubau und unsere Ideen von der Bevölkerung gut angenommen werden und das Familienzentrum weiterhin ein lebendiger Ort des Austauschs und der Begegnung bleibt“, so die Hoffnung von Andrea Komma – und natürlich neben dem großen Eröffnungsfest, auch ein zehnjähriges Jubiläum in den neuen Räumlichkeiten, dann mit noch mehr strahlenden Gesichtern und Wiedersehensfreude.

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