50 Jahre Ortsranderholung der AWO Waghäusel

Große Feier im Rahmen des Elternabends in der Wagbachhalle Wiesental

50 Jahre Ortsranderholung der AWO Waghäusel

Blickt man zurück ins Jahr 1968, so gibt es viele historische Ereignisse, die dieses Jahr prägten. Auf die inzwischen Große Kreisstadt Waghäusel bezogen stellt die erste Ortsranderholung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt ein solches Ereignis dar. Seither fand jährlich eine Ortsranderholung statt und so bot sich beim diesjährigen Elternabend am 10. August in der Wagbachhalle Wiesental die Möglichkeit, den Umstand des 50-jährigen Bestehens in größerem Rahmen zu feiern.

Schon seit Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in Wiesental einen AWO Stützpunkt. Valentin Wohlfart hatte in dieser Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt verschiedene Mitglieder der SPD für die Werte und Ziele dieses Wohlfahrtsverbandes begeistert, der 1919 in Berlin begründet worden war. So konnten schon damals Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde mit dem Ferienwerk der AWO an Erholungsmaßnahmen teilnehmen. In den Jahren 1968/1969 wollte man dann dieser losen Organisation feste Strukturen geben und gründete den Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt. Zwei Bereiche standen von Anfang an im Mittelpunkt der Vereinsarbeit:  Angebote für die Senioren und die Ferienerholung für Kinder und Jugendliche. Urlaub war für viele Familien in dieser Zeit noch ein Fremdwort, längere Ferienreisen schlichtweg einfach nicht zu finanzieren. In den langen Sommerferien war für die Kinder in Waghäusel nichts geboten, es gab damals noch nicht einmal ein Schwimmbad in der Gemeinde. Eine Gruppe um Jakob Giesser, dem ersten Ortsvereinsvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt in Waghäusel, mit Berta Walter, Anton Herberger, Richard Deigendescher, Roland Rolli und Wolf Schuppler organisierte 1968 die erste Ortsranderholung für 60 Kinder aus Wiesental und den Nachbargemeinden. Drei Wochen lang, von jeweils Montag bis Samstag, wurden die Kinder ab 6 Jahren mit dem Omnibus zum ehemaligen Naturfreundehaus „Waldfrieden“ gebracht. Dort erlebten die Kinder aus allen Bevölkerungsschichten gemeinsam schöne und abwechslungsreiche Tage. Die Räume im Haus der Naturfreunde und das große Außengelände im Wald waren geradezu ideal geeignet. Alles wurde ehrenamtlich organisiert, die Lagerleitung und das Lagerteam stammten aus den Reihen des AWO Jugendwerks. Die täglich drei Mahlzeiten wurden von Frauen unseres Seniorenclubs zubereitet. So konnte man die Ortsranderholung immer kostengünstig anbieten, aus finanziellen Gründen musste niemand zuhause bleiben. Als 1981 das Naturfreundehaus dem Neubau der Schnellbahntrasse zum Opfer fiel, verlegte man diese Ferienfreizeit für 6 Jahre auf das Gelände des Pinscher-Schnauzer-Clubs. Die Nachfrage bei den Eltern in Waghäusel nahm ständig zu und erreichte bald die Zahl von 80 bis 90 Kindern. So zog man im Jahr 1987 in die Nebenräume der Wagbachhalle in Wiesental um, die für die Ortsranderholung ideale Bedingungen und Möglichkeiten bietet.

Tausende Kinder kamen in diesen 50 Jahren seither in den Genuss dieser Ferienfreizeit, Hunderte von Ferienhelfern wurden von der AWO geschult und ausgebildet und bringen sich in ihrer Freizeit engagiert und ideenreich ein. So auch seit 8 Jahren Sarah Schweikert, seit 5 Jahren gar als Leiterin des Helferteams, die die Hälfte ihres Jahresurlaubs für die Ortsranderholung „opfert“. Stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer wurde ihr durch den Ortsvereinsvorsitzenden Roland Herberger und die pädagogische Leiterin der Ortsranderholung Angelika Nosal ein kleines Präsent überreicht.

Das Programm des Abends hielt, was die Betitelung als „bunter Abend“ versprach. Die mehr als 80 Kinder der diesjährigen Ortsranderholung boten einen musikalischen und künstlerischen Streifzug durch die letzten 50 Jahre. Begonnen bei Elvis, über die Songs von ABBA und des Musicals Grease bis hin zu härteren Tönen von KISS. Geister wurden von den Ghostbusters über die Bühne gejagt, der Clubtanz bot den krönenden Abschluss des rund 3 Stündigen Programms. Roland Herberger und Angelika Nosal bedankten sich zum Ende noch einmal eindringlich bei den vielen Sponsoren der Ortsranderholung, ohne die die Finanzierung nicht möglich wäre, wie auch bei Oberbürgermeister Walter Heiler für die Unterstützung der Stadt.

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