2019 – Das Jubiläumsjahr der Arbeiterwohlfahrt

2019 – Das Jubiläumsjahr der Arbeiterwohlfahrt

Die Arbeiterwohlfahrt in Deutschland wurde am 13. Dezember 1919 von der Sozialdemokratin Marie Juchacz als „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD“ gegründet. Das Ziel der Gründung dieses Ausschusses war es, Not zu lindern und ihr vorzubeugen. Die wurde auch schnell von den politischen Größen dieser Zeit so bestätigt, so betonte beispielsweise Friedrich Ebert im Jahre 1925, dass die „Arbeiterwohlfahrt die Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ darstelle. Der Massenverelendung in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg wurde durch praktische Selbsthilfe in einer Vielzahl von Diensten und Einrichtungen entgegen getreten. Die Arbeiterwohlfahrt unterhielt Nähstuben, richtete Mittagstische aus, organisierte Werkstätten und Beratungsstellen. Viele Frauen und Männer wurden für einen sozialen Beruf ausgebildet. Um diese Angebote zu finanzieren veranstaltete die AWO eigene Lotterien und verkaufte Arbeiter-Wohlfahrtsmarken.

Die AWO wuchs und bis ins Jahr 1931 engagierten sich rund 135.000 Menschen als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Schon damals bot man das breite Spektrum zwischen Kindern und Senioren. Es gab Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen wie auch Altenbetreuung, Notstandsküchen und Werkstätten für Behinderte und Erwerbslose. Die AWO wurde als Mitglied im Reichsspitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege anerkannt und unterstützte als Helferorganisation mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland – unabhängig derer Herkunft oder Konfession.

Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 begann auch für die AWO die dunkelste Zeit der Deutschen Geschichte. Nachdem man sich beharrlich jeglicher Übernahmeversuche durch die Nationalsozialisten erwehrte wurde die Arbeiterwohlfahrt, deren Vermögen und Einrichtungen durch die nationalsozialistische Volkswohlfahrt beschlagnahmt. Führende AWO-Mitglieder werden verfolgt und müssen in den Untergrund fliehen. Als Organisation hört die AWO für die Zeit zwischen 1933 und 1945 auf zu existieren, die Hilfe für Notleidende und vom Regime Verfolgte erfolgt aber weiterhin, wenn auch nun in der Illegalität.

In Hannover erfolgt 1947 der Neubeginn und Wiederaufbau der AWO als parteipolitisch und konfessionell unabhängige und selbständige Organisation. Für das sowjetische Besatzungsgebiet  einschließlich Ost-Berlin erhält die AWO keine Zulassung, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiten jedoch im Verborgenen. In den drei Westzonen und in Berlin gibt es bereits wieder 50.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und 300.000 Freunde und Mitglieder der AWO.

1959 hatte die AWO bundesweit 300.000 Mitglieder, 5.000 Ortsvereine, 353 Heime, 250 Kindergärten, 4.000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 70.000 Helferinnen und Helfer.

Nach dem Fall der Berliner Mauer im August 1989 beginnt die AWO im Rahmen von West-Ost-Partnerschaften in den fünf neuen Bundesländern einen Aufbauprozess. Ein Jahr später, am 10. November 1990, schließen sich die Landes- und Bezirksverbände der AWO in ganz Deutschland auf einem Bundestreffen in Berlin zusammen und die  Landes- und Bezirksverbände in den neuen Bundesländern erklären ihre Mitgliedschaft beim Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt. Heute ist die AWO flächendeckend in allen Bundesländern aktiv und gliedert sich in 30 Bezirks- und Landesverbände, 411 Kreisverbände und 3.514 Ortsvereine auf. In Zahlen steht dies für 333.121 Mitglieder, über 65.000 Ehrenamtliche Helfer*innen und über 200.000 hauptamtliche Mitarbeiter in über 13.000 Einrichtungen.

Im Kreisverband Karlsruhe-Land unterhält die AWO über 100 Einrichtungen mit über 1.000 Mitarbeiter*innen bei über 2.000 ehrenamtlichen Helfer*innen in den 22 Ortsvereinen des Landkreises.

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